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LAND UND LEUTE

Die Republik Estland ist der nördlichste und zugleich kleinste baltische Staat mit eine Fläche von 45.227 km², was etwa der Größe Niedersachsens entspricht. Gemeinsame Grenzen bestehen mit Lettland und Russland. Die Entfernung der Hauptstadt Tallinn zur finnischen Hauptstadt Helsinki beträgt lediglich 82 km. Nicht nur die geografische Lage symbolisiert die enge Anbindung an die nordischen Länder, sondern auch sprachlich. Sowohl Estnisch als auch Finnisch gehören zur finno-ugrischen Sprachengruppe.
Die Gesamtbevölkerung beträgt rund 1,4 Millionen Einwohner. Ein Drittel davon lebt in Tallinn. Insgesamt wohnen mehr als 71% der Bevölkerung in Städten. Weitere wichtige urbane Zentren sind die alte Universitätsstadt Tartu (101.000 Einwohner) und die im äußersten Nordosten gelegene Industriestadt Narva (68.500 Einwohner). Etwa 68% der Bevölkerung sind Esten, 26% Russen und 2% Ukrainer.
Knapp die Hälfte Estlands ist bewaldet und rund 25% der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen ist Holz. Darüber hinaus wird besonders im Nordosten Estlands Ölschiefer abgebaut. Eine große Rolle für die estnische Volkswirtschaft spielen ferner die Holzwirtschaft, die Nahrungsmittelverarbeitung, die Textil-, die Maschinenbau- und Elektronikbranche. Eine immer größere Bedeutung gewinnen die Informations- und Kommunikationstechnologien. Hier macht sich die Nähe zu den skandinavischen Ländern bemerkbar und bildet eine gute Basis für Innovationen, auch in traditionellen Sektoren. Eine wichtige Rolle spielt zudem der Transportbereich. Der wichtigste und größte Freihafen befindet sich in Muuga bei Tallinn.
Estland erlangte im August 1991 die staatliche Unabhängigkeit zurück. Nach den ersten freien Wahlen 1992 begann die estnische Regierung mit einer Reformpolitik, deren nachhaltige Erfolge dem Land den Ruf eines “Tigerstaates an der Ostsee” eingebracht haben. Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Erfolge wurden mit Estland als erstem der drei baltischen Staaten bereits 1998 EU-Verhandlungen aufgenommen. Im Zuge der EU-Osterweiterung trat Estland am 01. Mai 2004 der Europäischen Union als eines von zehn neuen Mitgliedsländern bei.

Estlands Wiedervereinigung mit Europa ist erfolgreich verlaufen: In 2011 – sieben Jahre nach Estlands EU-Beitritt – ist Estland Mitglied der Eurozone geworden. Nachdem die Finanzminister der Europäischen Union im Juli 2010 endgültig grünes Licht für den Beitritt Estlands zur Eurozone gegeben haben, hat Estland sich am 1. Januar 2011 von seiner Nationalwährung getrennt und ist offiziell das 17. Land, das die Gemeinschaftswährung eingeführt hat. Der Wechselkurs ist 1 EUR = 15,6466 EEK (estnische Kronen).


Die Kernstücke der wirtschaftlichen Reformen sind die zügige Privatisierung nach dem deutschen Treuhandmodell, ein sehr liberal gestaltetes Außenhandelsregime sowie eine an EU-Normen angelehnte Wirtschaftsgesetzgebung.
Ausländische Investoren sind einheimischen Unternehmen gleichgestellt. Sie können Kapital und Gewinne unbeschränkt in das Ursprungsland rückführen und Land erwerben. In den letzten Jahren hat Estland unter den zentral- und osteuropäischen Ländern nach Ungarn die meisten ausländischen Direktinvestitionen pro Einwohner angezogen. Die Hälfte des Estnischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) und mehr als 50% der Exporte werden von Firmen produziert, die teilweise oder vollständig in ausländischem Besitz sind. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland  stammt vom 29. November 1996.

ESTLAND

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