Berufsbildung

Berufsbildungsexport

© Fotolia.com/noobiel

Viele Länder leiden unter hoher Jugendarbeitslosigkeit. In Deutschland ist die Jugendarbeitslosigkeit vergleichsweise niedrig, was vor allem dem dualen Berufsbildungssystem und seiner bedarfsgerechten Qualifizierung zugesprochen wird. Das Interesse anderer Länder an deutschem System der Berufsausbildung ist deshalb groß und nimmt immer weiter zu.

Dementsprechend spielt der Ansatz des „Berufsbildungsexports“ sowohl politisch als auch wirtschaftlich eine zunehmend wichtige Rolle. Die Bundesregierung hat mit diversen Ländern Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vereinbart – darunter auch mit Lettland.

Mithilfe von konkreten Berufsbildungsprojekten fördert die AHK Baltische Staaten die Einführung von Elementen der deutschen dualen Ausbildung in Lettland.

“Skills for Baltic Wood industry – European Quality in Vocational Education and Training"

© AHK

Project Kick-Off Meeting

Die Deutsch-Baltische Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen (AHK) ist stolz darauf einer der 9 Projektpartner des Erasmus+ Sector Skills Alliances-Projekts „Skills for Baltic Wood industry – European Quality in Vocational Education and Training”, kurz „Skilled-Up“, zu sein!

Das Projekt strebt die folgenden Ziele an:

  • Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen und Industrie
  • Verbesserung der Qualität der Berufsbildungseinrichtungen durch Entwicklung und Einführung eines Work-Based-Learning-Programms (WBL) mit einer international-anerkannten Qualifizierung auf Niveaustufe EQF 5, im Einklang mit den EU-Qualitätsinstrumenten (EQF, ECVET, EQAVET)
  • Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und Innovation des Holzsektors durch die Ausbildung von Spezialisten, die den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechen
  • Förderung des Verständnisses, dass digitale Technologien, Mobilität und nachhaltige Produktion die Triebkräfte des Wandels sind

Das Projekt „Skilled-Up“ soll langfristige Veränderungen mit sich bringen und positive Auswirkungen auf die Bildungssysteme in den baltischen Staaten haben. Durch die Übertragbarkeit der implementierten Ansätze werden Instrumente zur Übernahme der Ergebnisse in anderen Ländern und Sektoren bereitgestellt.

Schon zwei Treffen fanden bisher der verschiedenen Projektpartner statt: vom 15. bis 16. Januar 2019 zum Kick-Off-Meeting in der deutschen Stadt Rosenheim, sowie zum Follow-Up Meeting am 22. Februar in Riga, Lettland. Während der Treffen lernten sich Vertreter aller 9 Partner – namentlich: Deutsch-Baltische Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen (AHK), Latvian Association of Woodprocessing Entrepreneurs and Export (LKUEA), die Association of Wood Producers and Exporters of West Lithuania (AWPEWL), Furniture Cluster of South-East Estonia, Lehrinstitut Rosenheim e.V. (LHK), Latvia University of Life Sciences and Technologies (LLU), the Kauno Kolegija (KK), Center of Competence for Wood Processing and Furniture Manufacturing (unit of Voru County Vocational Training Center) und AS “Latvijas Finieris” – vor Ort kennen und besprachen erste Schritte, administrative Themen, konkrete inhaltliche und Strukturelle Themen zur Entwicklung des Training Programms. In den nächsten Monaten werden sich lokale Expertengruppen der jeweiligen Projektpartnerländer treffen um die Modulbeschreibungen -und Inhalte für das Curriculum zu entwickeln.

Als AHK Baltische Staaten freuen wir uns auf unseren Beitrag zum Projekterfolg!

Mehr Informationen zum Projekt

© AHK

Erasmus+ Projektpartnertreffen in Vaimela, Estland

Vom 06. bis 07. Juni 2019 kamen in TSENTER, dem Kompetenzzentrum für Holzverarbeitung und Möbelherstellung, in Vaimela, Estland, die Skilled-UP-Projektpartner für ein erneutes Treffen zusammen. Dabei ging es um die Weiterentwicklung des modularen Curriculums für das Weiterbildungsprogramm für technische Mitarbeiter der Holzwirtschaft. Die Vorläufigen Ergebnisse wurden besprochen, Inhalte angepasst und nächste Schritte entschieden.

Die Weiterbildung wird aus den folgenden 10 Modulen bestehen: Industrielles Design; Industrielle Technologie; Kommunikationsmethoden; Betriebskosten; Business Management; Arbeitsplatzsicherheit und Umweltschutz; Planung, Kontrolle und Kommunikationssysteme; Führung und Personalentwicklung; Personalmanagement und eine Projektarbeit. Ab September 2019 werden die ersten Module in den Partnerländern starten. Wir freuen uns über Interesse seitens der Firmen an der Weiterbildung. Bitte kontaktieren Sie uns unter josef.tschoep(at)ahk-balt.org für mehr Informationen!


Stage der Vertreter der lettischen Druckwesensbranche in Deutschland

© AHK

Im Zeitraum vom 23.03.2019 bis 28.03.2019 organisierte und begleitete das Berufsbildungsteam der AHK im Rahmen des Projektes „Effektive Verwaltung der Berufsschulen und Entwicklung von Kompetenzen des Personals (Zuwendungsvertrag Nr. 8.5.3.0/16/I/001)“ des Staatlichen Zentrums für Bildungsinhalte, finanziert vom Europäischen Sozialfonds, eine Bildungsreise der lettischen Berufsschullehrer und Ausbilder nach Deutschland. Im Rahmen der fünftägigen Stage hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Druckwesensbranche und das deutsche duale Berufsbildungssystem kennenzulernen. Im Rahmen des Programms besuchten die Teilnehmer die Leipziger Buchmesse, den Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm), die Bundesdruckerei GmbH, das Sächsische Institut für Druckindustrie GmbH, das Museum für Druckkunst Leipzig und das Unternehmen Salzland Druck GmbH & Co. KG. Weiterhin konnten sie sich, wie im Programm vorgesehenen, neue oder spezifische praktische Fertigkeiten und Fähigkeiten aneignen.

Abgerundet wurde die Stage mit dem Besuch der Gutenbergschule, des Beruflichen Schulzentrums der Stadt Leipzig, bei dem die lettischen Teilnehmer praktische Erfahrungen beim Lernbetrieb sammeln konnten. Hier boten sich auch viele Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen und Kolleginnen.


Stage der Vertreter der Chemiebranche in Lettland und Deutschland

© AHK

Vom 8.04.2019.2019 bis 12.04.2019, im Rahmen des Projektes des Staatlichen Zentrums für Bildungsinhalte, finanziert vom Europäischen Sozialfond „Effektive Verwaltung der Berufsschulen und Entwicklung von Kompetenzen des Personals (Abkommen Nr. 8.5.3.0/16/I/001)“, begleitete das Berufsbildungsteam der AHK die lettischen Berufsschullehrer und Ausbilder bei der Stage im lettischen Pharmaunternehmen “Grindex” und im Institut der Organischen Synthesis. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit die neuesten Entwicklungen in der chemischen Industrie kennenzulernen und selbst praktische Arbeiten in Laboren durchzuführen

Im zweiten Teil des Projektes reisten die Teilnehmer nach Deutschland, wo von 22.04.-26.04.2019 eine weitere Stage bei der “Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH” durchgeführt wurde. Im Rahmen der Stage lernten die Teilnehmer das deutsche duale Bildungssystem und die Berufsausbildung in der chemischen Industrie und in Umweltschutztechnologien kennen. Ebenfalls besuchten die Teilnehmer auch verschiedene Unternehmen der Chemiebranche -“Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V.”, das Pharmaunternehmen “Bombastus-Werke AG” und das Kläranlagenunternehmen “Stadtentwässerung Dresden GmbH”. Während der Besuche lernten die Teilnehmer die Aktivitäten dieser Organisationen, die verwendeten Technologien und die Methoden zur Umsetzung der betrieblichen Ausbildung kennen.


VETnet

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zielt das Projekt VETnet auf die Implementierung von Elementen der dualen Ausbildung in die Berufsbildungssysteme an den 11 AHK-Standorten China, Griechenland, Indien, Italien, Lettland, Mexiko, Portugal, Russland, Slowakei, Thailand und USA ab.

Berufsbildung in Lettland

Mit ihren Kontakten zu Wirtschaft und Politik bilden die AHKs eine wichtige Plattform auch für die Veranstaltung von verschiedenen Berufsbildungsaktivitäten vor Ort in den jeweiligen Ländern. Während der fünfjährigen Laufzeit unterstützt das VETnet Team, koordiniert durch den DIHK, die Initiative des lettischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft zur Einführung von Work-based-Learning. Dazu gehören Analyse verschiedener Elemente der dualen Berufsbildung, aktive Marketingmaßnahmen zur Erhöhung der allgemeinen Bekanntheit der Berufsbildung in der lettischen Gesellschaft, sowie die Unterstützung der Unternehmen bei der Umsetzung der betrieblichen Berufsausbildung und Pilotierung neuer Ausbildungsgänge der praxisorientierten Ausbildung.

Die genannten Aktivitäten sind als „Schaufenster“ zu verstehen, die erste, aber dennoch nachhaltige Beiträge zur Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt Lettlands leisten.

Ziele

Das Projekt dient der Beförderung bestehender internationaler Berufsbildungskooperationen der Bundesregierung sowie der Weiterentwicklung des Geschäftsfelds Berufsbildung der AHKs. Mittelfristiges Ziel ist es, vor Ort dauerhaft duale Berufsbildungselemente zu etablieren. Die lokalen Berufsbildungssysteme sollen so zu einer höheren Jugendbeschäftigung beitragen.

VETnet: Erstmals mündliche Prüfungen mit deutscher Expertise

Das Jahr 2017 war für das VETnet-Team ein wichtiger Meilenstein. Erstmals wurden in Lettland Prüfungen mit deutscher Expertise durchgeführt und dabei auch Elemente der Qualitätssicherung angewendet.

Für den Beruf Speditionsmitarbeiter wurden zwei Prüfungsausschüsse (einer in Liepaja, der andere in Riga) berufen, die nach den Prinzipien des deutschen Ausbildungssystems arbeiten: Prüfungsordnung, Paritätsprinzip (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Lehrer), Berufung durch die AHK, Prüferschulung, Geheimhaltung und Begleitung durch die AHK.

Die Prüfer wurden von Frank Duhse, einem erfahrenen Trainer von Ausbildern und Prüfern, gemeinsam mit Annette Merkelbach (Schenker Deutschland AG), einer erfahrenen Prüferin und Ausbilderin des Kammerbereiches Dortmund, im Rahmen einer zweitägigen Schulung für die Durchführung der mündlichen Prüfung im September vorbereitet. Die zwei Prüfungsausschüsse wurden als Teams trainiert, etwa wie man die richtigen Fragen und Aufgaben erstellt, wie mit Prüfungsangst umgeht, wie Bewertungsfehler meidet. In Rollenspielen wurden die Teilnehmer bewusst auf die Rolle des Prüfers eingestellt.

Die Erstellung der insgesamt 30 mündlichen Prüfungsaufgaben erwies sich als größte Herausforderung für die Prüfer.

Anfang Oktober legten in Liepaja 13 Auszubildende aus Riga ihre Prüfung ab, während umgekehrt die Liepajer Prüfer die Handlungskompetenz von 17 Rigaer Azubis bewerteten.

Die erfolgreich bestandene mündliche AHK-Prüfung wurde mit einer feierlichen AHK-Zertifikatsverleihung in Liepaja und Riga gebührend gefeiert – doppelten Grund zur Freude gab es, da 2/3 der Jugendlichen von ihren Ausbildungsbetrieben direkt nach der Lehre übernommen wurden.

Nach den erfolgreich verlaufenen Pilotprüfungen kamen die Prüfer, Experten und die Vertreter des Staatlichen Zentrums für Bildungsinhalte auf Einladung der AHK im November erneut zu einer Evaluierung zusammen.

Ergebnis: Die erprobten 30 Prüfungsaufgaben sollen mit Unterstützung der Expertise aus Deutschland angepasst und gleichwertiger gestaltet werden. Als nächster Schritt werden die Prüfungsaufgaben in einer Datenbank erfasst.

Praxisorientierte Ausbildung als neue Chance für Jugendliche in Daugavpils

 

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland wurde von der AHK Baltische Staaten ein Projekt durchgeführt und koordiniert, das zum einen auf die Förderung der beruflichen Perspektiven von Jugendlichen in der Stadt Daugavpils und der Region und zum anderen auf die Sicherstellung von Arbeitskräften für die lokalen Betriebe abzielte.Das Projekt wurde in Kooperation mit der Berufsschule Daugavpils und den Unternehmen der Stadt Daugavpils umgesetzt.

Zum Auftakt des Projekts war das Augenmerk der AHK vor allem auf die Popularisierung der praxisorientierten Ausbildung sowie deren Nutzen und Chancen für die Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet. Hierzu wurden die hiesigen Betriebe, Vertreter der Berufsschule sowie soziale Partner in mehreren Seminaren zusammengeführt. Des Weiteren hatten die Vertreter der Berufsschule die Möglichkeit, das System der dualen Ausbildung anhand diverser Beispiele in Berlin und Potsdam kennenzulernen.

Dank der gemeinsamen Aktivitäten wurde im September 2017 die praxisorientierte Ausbildung zum Beruf Techniker für Sanitär, Heizung, Klima und Gas mit 30 Auszubildenden gestartet. Davon erlernen zurzeit 6 Jugendliche bei den Stadtwerken Daugavpils dzīvokļu un komunālās saimniecības uzņēmums und Daugavpils ūdens den gewählten Beruf. Der Rest hat das schulbasierte Ausbildungsmodell gewählt. Die Involvierung von kommunalen Betrieben könnte künftig als ein gutes Zeichen auch für den privaten Sektor dienen, sich mehr für eine betriebliche Ausbildung der Fachkräfte zu engagieren. Der neugestartete Ausbildungsgang dient nun in der Region Latgale als ein Pionier der Verwirklichung der Ausbildung in enger Kooperation zwischen Schule und Betrieben. Er gilt als ein Paradebeispiel für weitere Ausbildungsgänge sowie als Maßstab, an dem man sich künftig orientieren kann.

Zum Projektabschluss lässt sich sagen, dass das Projekt seine Zielsetzung erreicht hat. Mit dem gestarteten praxisorientierten Ausbildungsgang ist der Berufsschule und den Betrieben ein Instrument in die Hand gegeben worden, das zur fortlaufenden Verbesserung der Ausbildungsqualität, zur Sicherstellung der in der Region notwendigen Fachkräfte und somit zur Stärkung der Wirtschaft und der Region insgesamt beitragen kann. Die angesprochenen Betriebe, die Berufsschule sowie weitere soziale Partner wurden auf die Vorteile der praxisorientierten Ausbildung sensibilisiert. Nun liegt es in ihrer Hand, dies auch künftig im eigenen Interesse umzusetzen.

Projektlaufzeit: 01.06.2017 bis 31.12.2017

Finanzierung des Projekts: durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland

 

 

Atrodi sevi! – Finde dich! Berufsorientierungsprojekt in Rezekne

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland wurde von der AHK Baltische Staaten ein Projekt durchgeführt und koordiniert, das den Jugendlichen im östlichen Lettland helfen sollte, sich ein Gesamtbild über die Bildungs- und Karrieremöglichkeiten in Rezekne und Umgebung zu verschaffen. Darüber hinaus sollten auch die regionalen Kapazitäten im Bereich Berufsorientierung gestärkt werden.

Zum Auftakt des Projekts wurden zunächst die Standorte der Veranstaltungen bzw. Städte der Region Latgale samt der zugehörigen Termine festgelegt. Daraufhin erfolgte die Kontaktaufnahme zu den Bildungsämtern, allgemeinbildenden Schulen und lokalen Betrieben, um das Projekt und das Konzept der Speed-Datings vorzustellen und für die Teilnahme daran sowohl Betriebe als auch Schüler und Schülerinnen zu gewinnen.

Für die Jugendlichen wurden dann in Rēzekne drei Veranstaltungen zur Berufsorientierung und Erkundung der lokalen Bildungseinrichtungen organisiert: Die Tage der offenen Türen an der Hochschule Rēzekne und im Grenzschutz-College Rēzekne, das die alleinige Bildungseinrichtung mit diesem Schwerpunkt in Lettland ist, nahmen ca. 85 Schüler und Schülerinnen aus den Regionen Alūksne und Gulbene teil. Die berufsorientierende Veranstaltung an der Berufsschule Rēzekne besuchten 155 Schüler und Schülerinnen aus Malta, Viduči, Dagda, Tiskādi, Pilda, Mētriena, Preiļi, und Nirza.

Zur Stärkung der regionalen Kapazitäten im Bereich Berufsorientierung wurde zum einen eine Handreichung, eines durch die VIAA erstellten Materials über die Berufsorientierung ("Career management skills in the content of standard curricula") in Druckformat angefertigt. Zum anderen wurde eine Schulung der für die Berufsorientierung zuständigen Lehrkräfte der Region Latgale unter deutscher Expertise durchgeführt. Daran nahmen 50 Lehrkräfte aus der Region teil.

Das Projekt gilt als eine innovative Ergänzung zu den bisher in Lettland eingeleiteten und umgesetzten Aktivitäten im Bereich der Berufsorientierungsmaßnahmen.

Projektlaufzeit: 27.06.2017 bis 31.12.2017 Finanzierung des Projekts: durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland

Speed-Dating-Marathon in Latgale

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland wurde von der AHK Baltische Staaten ein Projekt durchgeführt und koordiniert, das zum Ziel die Stärkung der Kooperation zwischen Betrieben, allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen in der Region Latgale im Bereich der Berufsorientierung hatte. Dabei sollte ein neues Werkzeug der Berufsorientierung, Speed-Dating-Veranstaltungen, zum Einsatz kommen.

Zum Auftakt des Projekts wurden zunächst die Standorte der Veranstaltungen bzw. Städte der Region Latgale samt der zugehörigen Termine festgelegt. Daraufhin erfolgte die Kontaktaufnahme zu den Bildungsämtern, allgemeinbildenden Schulen und lokalen Betrieben, um das Projekt und das Konzept der Speed-Datings vorzustellen und für die Teilnahme daran sowohl Betriebe als auch Schüler und Schülerinnen zu gewinnen.

In der Folge wurden im Zeitraum von Ende September bis Ende November in sieben unterschiedlichen Städten der Region Latgale Speed-Dating-Veranstaltungen als eine neue Form der Berufsorientierungsmaßnahmen organisiert und durchgeführt. Dadurch wurde es den Schülern und Schülerinnen von Krāslava, Daugavpils, Līvāni, Preiļi, Ludza, Balvi und Madona – jeweils auch aus der Umgebung – ermöglicht, die lokalen Betriebe näher kennenzulernen sowie sich Informationen zu Beschäftigungs- und Karrierechancen bei diesen Arbeitgebern einzuholen. An jeder Veranstaltung nahmen im Durchschnitt 5 bis 9 Unternehmen sowie 60 bis 80 Schüler und Schülerinnen teil.

Das Projekt gilt als eine innovative Ergänzung zu den bisher in Lettland eingeleiteten und umgesetzten Aktivitäten im Bereich der Berufsorientierungsmaßnahmen.

Projektlaufzeit: 27.06.2017 bis 31.12.2017 Finanzierung des Projekts: durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland

ECVET-Enterprise Projekt

  • Projektname: Learning Outcomes Approach and ECVET Principles for Assessment and Validation of Work based Learning and Apprenticeships: Training Program and OER for VET and Enterprise Tutors
  • AHK: Partner
  • Projektlaufzeit: 01.10.2016 - 30.09.2018 F
  • Förderungsprogramm: Erasmus+
  • Andere Partner: Lettland, Estland, Finnland

Im Rahmen des ECVET-Enterprise Projektes wird eine Methodik und eine Schulung ausgearbeitet, die sich an die Ausbilder und Praktikumsleiter in den Berufsschulen richtet, die internationale Praktika umsetzen, überwachen oder planen umzusetzen. ECVET ist Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (European Credit System for Vocational Education and Training, ECVET), um staatliche Bildungsqualifikationen zu beschreiben, was auf dem Konzept der Lernergebnisorientierung (Learning Outcome-Orientierung, LO) basiert. Die ausgearbeitete Methodik wurde in der Schulung für Praktikumsleiter der Berufsschulen und Ausbilder aus Unternehmen angewendet. Die Schulung erfolgte in Form eines interaktiven Seminares, in dem die Partner aus Berufsschulen und Betrieben gemeinsam folgende internationale Mobilitäten betreffende Aktivitäten vorbereiteten: Formulierung der Learning Outcomes, Planung der internationalen Mobilitäten, Vorbereitung der Verträge, Kooperation für die Bewertung und Anerkennung von LO, wie auch die Kommunikation mit dem Praktikanten.

Die Grundlage des Schulungsprogramms bilden die Erfahrungen aus den vier Partnerländern, wie auch deren Anwendung im staatlichen und internationalen Kontext. Dieses Projekt setzt den Vergleich von Systemen und deren Beschreibungen mit Fokus auf praktische Anwendung fort.

Partner:

  • Lettische Industrie- und Handelskammer (LV) – Lead partner
  • PIKC Kuldīgas Tehnoloģiju un tūrisma tehnikums, Berufsschule Kuldiga (LV)
  • Tartu Kutsehariduskeskus, Berufsschule Tartu (EE)
  • WinNova, Satakunta, Berufsschule in Pori (FI)
  • Baltic Bright, SIA (LV)
  • AHK Baltische Staaten (DE)
  • VISC Staatliches Zentrum für Bildungsinhalte (LV) 

Aktivitäten:

 16. – 20. Mai 2017: Schulung in den Räumen der lettischen Industrie und Handelskammer für Praktikumsleiter der Berufsschulen und Ausbilder aus Unternehmen/ Facebook

Präsentationen:

 

25. September 2018: Abschlusskonferenz des Erasmus+ Projektes ECVET- Enterprise

Am 25.09.2018 in den Räumen der lettischen Industrie und Handelskammer fand die Abschlusskonferenz des Projektes ECVET Enterprises statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Projektergebnisse präsentiert und es wurde über aktuelle Entwicklungen im Bereich von ECVET diskutiert.

Das Projekt ECVET-Enterprise wurde im Zeitraum von Oktober 2016 bis September 2018 durchgeführt. Im Rahmen des Projektes wurde eine 5-tägige Schulung durchgeführt und Praktikumsleiter der Berufsschulen und Ausbilder aus Unternehmen haben über die bessere Bewertung der Lernergebnisse in der praxisorientierten Ausbildung durch Anwendung von ECVET Grundlagen gelernt und diskutiert. Es wurden auch neun Mobilitätsprogramme organisiert und die Unternehmen hatten Praktikanten aus Berufsschulen der EU aufgenommen. Auch zwei Azubinen aus Lettland haben innerhalb Projektes ihr Praktikum in Deutschland und Finnland absolviert. Während des Projekts wurden auch spezielle Lernmaterialien zu ECVET Mobilitäaten für Unternehmen und Berufsschulen entwickelt, die auf der Internetseite verfügbar sind. Eines den langfristigen Ergebnissen des Projekts ist die Ausarbeitung einer fünftägigen Unterrichtsmethodik in lettische, estnische, finnische, englische und deutsche Sprache.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Präsentationen:

 

Konatkt:

Lilita Moiseja
Projektassistentin Berufsbildung
E-Mail | Telefon: +371 66119816 

Speed-Dating-Marathon in Städten von Latgale

Die Deutsch-Baltische Handelskammer hat am 28. und 29. September in Krāslava und Daugavpils mit den Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Speed Datings in Latgale“ begonnen. Das Projekt sieht die Durchführung von Maßnahmen der Berufsorientierung in sieben ostlettischen Städten vor. Während der Veranstaltungen soll den Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, die lokalen Unternehmen kennenzulernen und die im Kreis gegebenen Berufschancen zu erkunden.

Im Gymnasium Krāslava kamen 50 Schülerinnen und Schüler aus mehreren Schulen des Kreises zur Veranstaltung. Sie lernten sieben lokale Unternehmen kennen, darunter IKU Brāļi Vanagi, SIA IVIKS, SIA IV Plus, z/s Kurmīši, SIA LATGRAN, SIA NEMO, a/s Nidl, IKU Salve D. Bei der Eröffnung der Veranstaltung hob der stellvertretende Vorsitzende des Kreises Krāslava Herr Viktors Moisejs die Notwendigkeit neuer berufsorientierender Maßnahmen sowie seine Freude über Interesse seitens Unternehmer und Schulen hervor.

Bei Speed Dating in Daugavpils waren 60 Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulen von Daugavpils anwesend. Gespräche mit ihnen führten die lokalen Unternehmer SIA Funny Land Centrs, SIA Latvijas maiznieks, Park Hotel Latgola, SIA Pica Serviss, Silene Resort & SPA, SIA Urbanfoods, SIA Zieglera mašīnbūve sowie der Daugavpils Business Incubator und der Verein D-Juno. Eröffnet wurde die Veranstaltung von dem ersten stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Daugavpils Herr Jānis Dukšinskis, der ständigen Vertreterin der deutschen Botschaft in Riga Frau Manja Kliese und dem Leiter des lettischen Büros der Deutsch-Baltischen Handelskammer Herrn Māris Balčūns.

Das Projekt “Speed-Dating-Marathon in Latgale” wird in Lettland mit finanzieller Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amtes durchgeführt. 

AHK Berufsbildungspreis „Wir bilden (uns) aus“ 2018

Am 30. Mai in der Räumen der lettischen Nationalbibliothek, im Rahmen des von der Deutsch – Baltischen Handelskammer implementierten Projektes VETnet, wurde zum dritten Mal der Berufsbildungspreis "WIR BILDEN (UNS) aus" verliehen.

Die Schirmherrschaft für den Berufsbildungspreis haben der Stellvertretende Ministerpräsident und der Wirtschaftsminister der Republik Lettland, Arvils Ašeradens, und der Bildungsminister der Republik Lettland, Kārlis Šadurskis, inne.

In diesem Jahr wurde der Preis an die engagiertesten Ausbilder verliehen, die in den Betrieben die praxisorientierteste Ausbildung umsetzen. Die Bewerbung der Ausbilder für den Preis erfolgte durch die Ausbildungsbetriebe.

In der Jury waren folgende Institutionen vertreten : das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Lettland, das Wirtschaftsministerium der Republik Lettland, der Lettische Arbeitgeberverband, die Lettische Industrie- und Handelskammer, die Freien Gewerkschaften Lettlands, die Deutsche Botschaft in Riga und Prakse.lv. Die Jury hat alle Bewerbungen ausgewertet, 6 Finalisten ausgewählt und sie in den Unternehmen besucht.

Von 6 Finalisten wurden 3 Preisträger ausgewählt:

Jānis Tenis ( SIA “ADS Baltic”, Liepaja), Viktors Adelmanis ( SIA “Bucher Municipal”, Ventspils) und Audris Lukaševičs (AS “HansaMatrix”, Ogre).

Stellvertretende Ministerpräsident und der Wirtschaftsminister der Republik Lettland, Arvils Ašeradens, Direktor der Abteilung der Berufsbildung des Staatlichen Zentrums für Bildungsinhalte, Jānis Gaigals und AHK Regionalpräsident in Lettland Kaspars Kalviškis haben den Preis verliehen und die Preisträger gratuliert. Die Preisträger haben die Auszeichnung sowie eine von der AHK finanzierte Bildungsreise nach Deutschland erhalten.

Bildungsreise nach Deutschland: Deutsche duale Berufsausbildung zum Anfassen

Die Träger des Berufsbildungspreises WIR BILDEN (uns) AUS lernen in Deutschland das deutsche Ausbildungssystem kennen.

Vom 24. bis zum 26. September 2018 begleitete dann das Berufsbildungsteam der AHK mit Unterstützung der IHK Dortmund die Bildungsreise der Preisträger nach Deutschland. Im Rahmen des dreitägigen Study Visit hatten die lettischen Ausbilder die Möglichkeit, die facettenreiche deutsche duale Berufsbildung vor Ort zu erleben. Das Programm war so konzipiert, dass möglichst viele Aspekte sowie Branchen abgedeckt werden: Bei den Dortmunder Stadtwerken konnten die Ausbilder den Alltag einer betriebseigenen Ausbildungswerkstatt erleben, während sie bei hervorragenden Ausbildungsbetrieben wie WILO und REWE Großhandel den Verlauf der betrieblichen Ausbildung kennenlernen konnten. Hier boten sich auch viele Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch mit den deutschen Kollegen und Kolleginnen. Abgerundet wurde der Study Visit mit dem Besuch des Robert-Bosch-Berufskolleg in Dortmund, bei dem die lettischen Ausbilder einen Blick in den schulischen Betrieb werfen konnten.

Die Preisträger hatten in Deutschland fachlich sehr informative Tage, einen lebendigen und äußerst spannenden Erfahrungsaustausch und konnten viele neue Erkenntnisse und Inspirationen mit nach Hause nehmen.

Ausbilder – Lehrer Shadowing in der Metallverarbeitungsbranche

© AHK

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland wurde von der AHK Baltische Staaten das Projekt “Lehrer – Ausbilder Shadowing in Metallverarbeitungsbranche” durchgeführt und koordiniert.

Das Projekt wurde vom 5. November bis 31. Dezember 2018 in vier Städten Lettlands umgesetzt: Daugavpils, Jelgava, Liepāja und Rīga. Im Rahmen des Projektes haben Berufsschullehrer Unternehmen besucht und ihre Arbeitsbedingungen sowie Technologien kennengelernt; Ausbilder und Vertreter der Unternehmen haben einen Einblick in den Lernprozess, pädagogische Arbeit und Leistungsbeurteilung gewonnen. Die Lehrer von Daugavpils Būvniecības Tehnikums, Jelgavas Amatu vidusskola, Jelgavas Tehnikuma, Liepājas Valsts Tehnikums, Rīgas Valsts Tehnikums und Ausbilder/Vertreter aus den Unternehmen SIA "AUTOFIRMA RAIVO", SIA ”Dinex”, A/S “EAST METAL”, SIA “KMK Auto”, SIA “Lesjofors Springs LV”, SIA “NAGLIS&ERR” und SIA ‘’Signum” haben am Projekt teilgenommen.

Die Abschlussveranstaltung des Projektes fand am 27. Dezember im Hotel “Raddison Blu Hotel Rīdzene” statt. Die Teilnehmer haben das Projekt ausgewertet und über weitere Vorschläge für die Entwicklung der praxisorientierten Ausbildung diskutiert.