Baltische Staaten erhalten Westfälischen Friedenspreis

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind für ihr konsequentes Eintreten für ein friedliches Europa mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab am 14. Juli in Münster die Auszeichnung den drei Staatsoberhäuptern Kersti Kaljulaid, Dalia Grybauskaite und Raimonds Vejonis, die den Preis stellvertretend für ihre Bürger entgegennahmen. Ausgezeichnet wurde auch die Pfadfinderbewegung.

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind für ihr optimistisches Eintreten für ein friedliches Europa mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab am 14. Juli in Münster die Auszeichnung den drei Staatsoberhäuptern Kersti Kaljulaid, Dalia Grybauskaite und Raimonds Vejonis, die den Preis stellvertretend für ihre Bürger entgegennahmen. Ausgezeichnet wurde auch die Pfadfinderbewegung.

Gut eine Vierteljahrhundert nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion gelten die EU- und Nato-Mitglieder im Nordosten Europas heute als demokratische Musterländer. Estland, Lettland und Litauen lebten "im Bewusstsein einer dunklen Vergangenheit", ohne sich jedoch daran festhalten zu lassen. “Europa als Zukunft und Notwendigkeit: Manchmal scheint es mir fast, als seien uns die baltischen Staaten ein gutes Stück voraus, was Ernst und Lebendigkeit dieser Einsicht angeht.”

In ihren Reden und Interviews mit lokalen Medien betonten Dalia Grybauskaite (Litauen), Kersti Kaljulaid (Estland) und Raimonds Vējonis (Lettland) ihre Zukunft weiterhin in einem vereinten und starken Europa zu sehen - trotz aller Herausforderungen und Differenzen innerhalb der EU. Die enge Einbindung des baltischen Staaten in Europa habe große Bedeutung für ihre Länder, sagten die drei Staatsoberhäupter. Im Jahr des 100. Staatsjubiläum Estlands, Lettlands und Litauens sei die Auszeichung zudem symbolisch und eine große Ehre.

Die Preisverleihung wurde in Münster mit großer Begeisterung verfolgt. Als sich die vier Staatsoberhäupter nach dem Festakt im Rathaus auf dem Balkon zeigten, winkten, jubelten und applaudierten ihnen Hunderte schaulustige Bürger zu. Die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite nahm danach sogar noch ein Bad in der Menge und ging zur Stubengasse, um das Publikum dort zu begrüßen. Dort wurde zuvor ein Public Viewing der auch live im WDR-Fernsehen übertragenen Preisverleihung angeboten.

Mit dem Friedenspreis werden Menschen und Organisationen ausgezeichnet, die ein Vorbild für Ausgleich und Frieden in Europa und in der Welt sind. Unter den bisherigen Preisträgern sind die Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, der frühere tschechische Präsident Václav Havel und die Kurt Masur und Daniel Barenboim sowie die Besatzungen der Internationalen Raumstation ISS.

Mit den drei baltischen Staaten werden erstmals Länder und nicht politische Persönlichkeiten ausgezeichnet. Der Jugendpreis ging in diesem Jahr an die Pfadfinder-Bewegung mit weltweit rund 50 Millionen Mitgliedern. Sie erhält den Preis für ihre gemeinsamen Werte, nach denen alle Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Glauben und Besitz in Frieden leben können sollen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet lobte die Vorbildfunktion der Jugendbewegung. Sie setze sich für den Frieden ein - und sichere damit die Zukunft.

Der Westfälische Friedenspreis wurde 1998 zum 370. Jubiläum des Westfälischen Friedens gestiftet. Seitdem wird er alle zwei Jahre an zwei Preisträger verliehen. Erinnert werden soll damit an den Friedensschluss von 1648 in den Rathäusern von Münster und Osnabrück, mit dem der Dreißigjährige Krieg beendet wurde. Dotiert ist der Friedenspreis mit einem Preisgeld in Höhe von 100 000 Euro, das wird traditionell unter den Preisträgern aufgeteilt wird. Gestiftet wird es durch das Kuratorium aus westfälischen Unternehmer-Persönlichkeiten.

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