Bertelsmann-Stiftung bescheinigt baltischen Ländern gute Entwicklung

Gut 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sieht die Bertelsmann-Stiftung die baltischen Staaten als demokratische Musterländer. Im jüngsten „Transformationsindex“ (BTI), mit dem die Stiftung die Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und Regierungsführung in den 129 Staaten analysiert, belegt Estland den ersten Rang. Auch Litauen (Rang 4) und Lettland (Rang 4) sind in den Top Ten platziert.

Die politische Transformation in Estland, Lettland und Litauen verlief reibungslos mit wenigen Problemen. Die politischen Systeme haben sich dem BTI zufolge als zuverlässig erwiesen und seien über die Jahre stabil geblieben. Es seien Regulierungsinstitutionen ausgestattet sind, die nahezu frei von politischem Druck sind. Auch seien funktionierende Marktwirtschaft errichtet und eine liberale Wirtschaftspolitik verfolgt worden.

Makroökonomisch befinden sich die drei Länder in einem guten Zustand mit guten mittelfristigen Aussichten. Demnach haben sich Estland, Lettland und Litauen nach Einschätzung der Bertelsmann-Experten weitgehend von der Rezession der Krisenjahre 2008 und 2009 erholt.

Auf lange Sicht werde die Entwicklung zwangsläufig von der abnehmenden und alternden Bevölkerung beeinflusst. "Die wichtigste langfristige Herausforderung für Lettland bleibt die demografische Krise", heißt es etwa im Länderbericht zu Lettland. Auch eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation und politische Turbulenzen in der EU sowie ein zunehmend aggressives Russland bildeten erhebliche Risiken für die drei kleinen Ostseestaaten.

Mit dem Transformationsindex BTI analysiert und bewertet die Bertelsmann Stiftung seit 2006 regelmäßig die Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und guter Regierungsführung in 129 Entwicklungs- und Transformationsländern. Grundlage für die Bewertung sind detaillierte Länderberichte von 250 Experten international führender Universitäten und Think Tanks.

Zurück