Deutschland: Bundesregierung erwartet anhaltenden Konjunkturaufschwung

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung auch in diesem Jahr fortsetzen. Für 2018 erwartet das Kabinett mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 2,4 Prozent ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum als im noch Herbst. Damals waren 1,9 Prozent prognostiziert worden. Trotz der guten Aussichten mahnen Spitzenverbände der Wirtschaft, Wachstum sei kein Selbstläufer.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries Ende Januar bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2018. Hauptgründe für den breiten konjunkturellen Aufschwung sei der starke private Konsum und die starke Exportwirtschaft. Auch die Investitionen seien gestiegen.

Die Einschätzung der Bundesregierung deckt sich mit den Erwartungen von Konjunkturforschern. Anders als manche Experten sieht Zypries aber derzeit keine Gefahr der konjunkturellen Überhitzung. Angesichts steigender Nettolöhne und -gehälter werde der privaten Konsum als eine Hauptstütze der guten Wirtschaftsentwicklung gestärkt. Auch halte die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aus Sicht der Bundesregierung in diesem Jahr an.

Zu den größten Herausforderungen zählte Zypries den Mangel an Fachkräften, welcher auch die Sorgenfalten von Experten tiefer werden lässt. Der gegenüber dem US-Dollar zuletzt höhere Euro-Kurs beunruhigte die Bundeswirtschaftsministerin dagegen nicht. Sie warnte jedoch - auch mit Blick auf dem wichtigen Handelspartner USA - vor Handelsbeschränkungen und nationalen Abschottungstendenzen.

Aus der Wirtschaft kamen mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD mahnende Worte. "Es ist grundfalsch, sich im neunten Aufschwungjahr von der weiterhin guten deutschen Wirtschaftsleistung blenden zu lassen”, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. "Es ist alles andere als sicher, dass der Aufschwung auch die kommenden vier Jahre einfach so weitergeht."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben betonte, die Politik müsse Standortfaktoren wie etwa die Verkehrsinfrastruktur, das Fachkräfteangebot oder das Steuersystem im Blick behalten. Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer wiederum forderte, die künftige neue Bundesregierung müsse die Digitalisierung vorantreiben, den demografischen Wandel gestalten und die Energiewende steuern.

 

Link zum Jahreswirtschaftsbericht 2018:

http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/jahreswirtschaftsbericht-2018.html

Zurück