Estland: "e-Residency" feiert fünften Geburtstag

Estlands digitale Staatsbürgerschaft feiert Geburtstag. Als erstes Land hat der nördlichste baltische Staat vor fünf Jahren die so genannte „e-Residency" eingeführt hat. Damit können auch Ausländer die Angebote des digitalen Estlands nutzen und digitale Signaturen sowie Behördengänge online tätigen. Ein Recht auf einen physischen Wohnsitz in Estland haben E-Bürger aber nicht.

Der britische Journalist Edward Lucas war am 1. Dezember 2014 die erste Person, der eine estnische"e-Residency" überreicht worden war. Seitdem haben sich weltweit über 62 000 Menschen aus 157 Ländern angemeldet. Auch wurden über 10 000 Unternehmen mit rund 1 700 Mitarbeitern von „Digital-Esten" gegründet. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger ortsunabhängige Unternehmen, die einen Standort in der EU haben und mit niedrigen Kosten und wenig Aufwand von überall aus gemanagt werden können.

Nach offiziellen Angaben hat das „e-Residency"- Programm in den fünf Jahren seines Bestehens der estnischen Wirtschaft mehr als 31 Millionen Euro an Direkteinnahmen gebracht. Hinzu kommen weitere Einnahmen aus dem Wachstum und den Investitionen estnischer Unternehmen in die Betreuung der E-Bürger.

Auch bei Esten selbst stößt die digitale Staatsbürgerschaft auf Zustimmung: In einer Umfrage hielten es 74 Prozent der Einwohner Estlands, die vom "e-Residency"-Programm gehört haben, als vorteilhaft für ihr Land. Davon wiederum erachteten ein Drittel die wirtschaftlichen Auswirkungen als am wichtigsten.

Estland gilt in Europa als einer der Vorreiter der digitalen Verwaltung und gehört in internationalen Rankings zu den führenden Ländern im sogenannten E-Government.

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