Estland feiert 100 Jahre Unabhängigkeit

Mit einer Flaggenzeremonie, einer Militärparade, landesweiten Festen und Konzerten hat Estland seinen 100. Geburtstag gefeiert. "Wir lieben unser Land und sind stolz darauf, Esten zu sein", sagte Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid bei einem feierlichen Empfang im Estnischen Nationalmuseum in Tartu. Der Staat aus dem Baltikum hatte vor genau einem Jahrhundert - am 24. Februar 1918 - zum Ende des Ersten Weltkriegs seine Unabhängigkeit erklärt.

Der heutige EU- und Nato-Mitgliedsstaat sagte sich damals nach einer rund zwei Jahrhunderte langen Zugehörigkeit vom Russischen Reich los. "Wir gedenken mit Dankbarkeit all den Generationen und mutigen Menschen, die alles gegeben haben, um die Träume unserer Nation zu erfüllen", sagte Regierungschef Jüri Ratas in der Hauptstadt Tallinn.

Als Zeichen des Selbstbehauptungswillens und Höhepunkt des mehrere Tage lang im ganzen Land gefeierten Staatsjubiläums galt eine Militärparade. Dabei marschierten estnische Soldaten gemeinsam mit Truppen aus anderen Nato-Staaten durch die Innenstadt von Tallinn. Auch Panzer und Armeefahrzeuge wurden präsentiert.

Zuvor war am Unabhängigkeitstag mit Sonnenaufgang von Chorgesang begleitet die blau-schwarz-weiße Nationalflagge auf dem 45 Meter hohen "Langen Hermann" gehisst worden - dem mittelalterlichen Festungsturm des Schlosses, in dem das estnische Parlament seinen Sitz hat. Estlands Gründungsurkunde wurde verlesen und mehrere Tausende Menschen sangen gemeinsam die Nationalhymne.

Auch andere Länder gratulierten in blau-schwarz-weiß - in mehreren Städten der Welt wurden Gebäude in den estnischen Nationalfarben beleuchtet, Lettlands Präsident Raimonds Vejonis hisste an seinem Amtssitz die Flagge des Nachbarlandes. Litauens Staatschefin Dalia Grybauskaite überbrachte musikalische Grüße: In einem Video sang sie gemeinsam mit mehreren Künstlern ein bekanntes estnisches Lied.

In den sozialen Netzwerken wünschten Tausende Gratulanten wie etwa EU-Kommissionschef Jean Claude-Juncker "Elagu Eesti!" (Lang lebe Estland!). Und Google widmete Estland zum Staatsjubiläum ein eigenes "Doodle".

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