Estland für ganzheitlichen Ansatz bei künstlicher Intelligenz

Estlands Regierungschef Jüri Ratas hat sich für einen ganzheitlichen Ansatz bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. Um KI im großen Maßstab umsetzen zu können, bedürfe es rechtlicher Rahmenbedingungen sowie ethischer und technologischer Standards, sagte Ratas Mitte Oktober bei einem Digitalgipfel in Tallinn. Staaten müssten dazu anpassungsfähiger werden. "Regierungen und Regierungsführung müssen sich mit dem Rest der Gesellschaft verändern und nutzerorientiert sein", betonte Gastgeber Ratas in seiner Eröffnungsrede.

Auch eine auf dem Gipfel vorgestellte Studie der Non-Profit-Beratungsorganisation Centre for Public Impact ergab, dass Regierungen die Bürger darüber informieren und aufklären müssten, wo und wie KI eingesetzt wird. Ansonsten mangele es am notwendigen Maß an Vertrauen und Verständnis, um eine Legitimation der Technik zu erreichen.

Estland arbeite nach Angaben von Ratas an einem Gesetzentwurf zur Lösung von rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Damit soll rechtliche Klarheit und Rechtssicherheit für Algorithmen geschaffen werden, die in Verkehr, Medizin, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft eingesetzt werden sollen.

Estland gilt in Europa als Pionier und Vorreiter der Digitalisierung, welche der Baltenstaaat während seines ersten EU-Ratsvorsitzes in der zweiten Jahreshälfte 2017 auch zu seinem Topthema erklärt hatte. Dazu wurde erstmals ein Digitalgipfel der EU-Staats- und Regierungschef abgehalten. An der zweiten Auflage des Gipfels mit dem Schwerpunkt KI nahmen in diesem Jahr Regierungsvertreter aus rund 20 Ländern teil.

 

Zurück