EU fördert Synchronisation von baltischen Stromnetzen mit EU-System

Die EU wird 323 Millionen Euro für die Anbindung der Stromnetze der baltischen Staaten an das westeuropäische Energiesystem bereitstellen. Darauf einigten sich die EU-Mitgliedstaaten im Januar in Brüssel. Mit dem geförderten Projekt sollen das Stromnetz der baltischen Staaten soll bis zum Jahr 2025 vollständig synchronisiert, um die Abhängigkeit vom russischen Netz endgültig zu beenden. Finanziert werden soll es über die Fazilität Connecting Europe, dem europäischen Förderprogramm für transeuropäische Infrastrukturen.

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"Ich bin vor allem erfreut über die Unterstützung für das Projekt zur Synchronisation der Stromnetze der baltischen Staaten, das zum Ziel der baltischen Staaten beitragen wird, ihr Stromnetz mit dem kontinentaleuropäischen Netz zu verbinden und die Versorgungssicherheit im Baltikum zu verbessern", erklärte der für Klimapolitik und Energie zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete.

Auch in den baltischen Staaten wurde die Entscheidung begrüßt. "Dies ist eine gute Nachricht für Litauen und alle baltischen Staaten", kommentierte der litauische Energieminister Zygimantas Vaiciunas. Politisch markiere die Vereinbarung den Start der Synchronisation, wofür nun die maximal mögliche EU-Finanzierung von 75 Prozent der Gesamtkosten zu Verfügung stehe.

Die EU-Kommission und die Staats- und Regierungschefs von Estland, Lettland, Litauen und Polen hatten sich zuvor im Juni 2018 auf eine politischer Fahrplan geeinigt. Die am Rande des EU-Gipfel erzielte Einigung enthält einen Zeitplan, um das Stromnetz der Region vom russischen BRELL-System abzukoppeln und mit dem übrigen Kontinentaleuropa zu synchronisieren. Dazu soll eine bestehende Stromverbindungsleitung zwischen Polen und Litauen sowie ein geplantes Unterseekabel herangezogen werden sollen.

Die baltischen Staaten sind weiterhin Teil eines gemeinsamen, synchron geschalteten Stromnetzes mit Russland und Weißrussland - das noch aus Sowjetzeiten stammende sogenannte BRELL-Ringsystem.

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