Lettland: Finanzministerin will Wissenschaft zum Haushaltsschwerpunkt 2019 machen

Lettland solllte nach Ansicht von Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola die Investitionen in wissenschaftliche Forschung und Innovation erhöhen. Höhere Ausgaben in diesem Bereich seien einer der größten Schwerpunkte für den Haushalt 2019, damit Lettland Produkte mit hohem Mehrwert herstellen kann, sagte sie im Februar in einem Radiointerview. Nachdem mit diesjährigen Haushalt die Probleme in anderen unterfinanzierten Sektoren angegangen wurden, sei es nun höchste Zeit, größere Investitionen in Forschung und Entwicklung zu tätigen. Dazu sollen EU-Finanzmittel genutzt werden, sagte Reizniece-Ozola.

Die Haushaltsschwerpunkte Lettlands 2018 sind Verteidigung und Gesundheitswesen. Die Militärausgaben steigen in diesem Jahr um 126,8 Millionen Euro auf 576,34 Millionen Euro - oder umgerechnet 2,0 Prozent des BIP. Damit erreicht Lettland erstmals den angepeilten Nato-Zielwert. Der Etat für das Gesundheitswesen wuchs um 235 Millionen Euro und durchbricht damit in diesem Jahr erstmals die Milliarden-Grenze.

Für die Wissenschaften stehen dagegen in diesem Jahr nur noch 0,44 Prozent des BIP zur Verfügung, wie der Präsident der Lettischen Akademie der Wissenschaften, Ojars Sparitis, in einem Fernsehinterview im Januar beklagte. 2017 habe das Budget 0,6 Prozent des BIP betragen. Angesichts der unzureichenden Finanzierung sei die Zahl der Doktoranden in Lettland seit 2014 um 16 Prozent gesunken, sagte Sparitis. Hunderte Mitarbeiter im Wissenschaftssektor erhielten nicht einmal den Mindestlohn.

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