Premierminister Jüri Ratas feiert 15 Jahre Enterprise Estonia in Hamburg

Bei einem Neujahrs-Dinner in Hamburg wurde 15 Jahre Enterprise Estonia in Deutschland gefeiert. Premierminister Ratas dankte der estnischen Wirtschaftsförderungsagentur mit Sitz in der Hansestadt für den Beitrag dazu, dass Deutschland aktuell viertgrößter Wirtschaftspartner Estlands ist.

  • Foto Dirk Ewald

Es sind bereits mehr als 650 Unternehmen mit deutschem Kapital in dem nordbaltischen Land tätig. Als Vorzeigebranche gilt der IT-Sektor. Weitere bedeutende Industriestandbeine sind die Holz- und die Metallverarbeitung genauso wie Maschinenbau und Möbel nebst Elektronik sowie Schiff- und Yachtbau. Dies ist auch ein Verdienst der estnischen Wirtschaftsförderung Enterprise Estonia in Deutschland, seit nunmehr 15 Jahren mit Hauptsitz in Hamburg. Estlands Premierminister Jüri Ratas würdigte die Errungenschaft mit seinem Besuch beim Neujahr-Dinner in der Hansestadt und versprach mehr als 50 hochrangigen Wirtschaftsvertretern ein Ausbau der fruchtbaren Beziehungen.

„Unser Wirtschaftswachstum von nahezu fünf Prozent in den ersten drei Quartalen 2017 basiert auch auf den starken deutsch-estnischen Kooperationen“, dankte Premierminister Ratas auf dem historischen Speicherboden in der Hafencity. Die ökonomischen Vorzeichen für das Jubiläum 100 Jahre Republik Estland in 2018 seien ungebremst gut. „Aber wir werden uns nicht ausruhen und in Kürze im Kabinett besprechen, wie wir ausländische Arbeitskräfte noch effizienter einbinden, um das wertvollste Kapital der Wirtschaft zu erhalten, die Menschen dahinter mit ihrer ethnischen und kulturellen Vielfalt“, so Jüri Ratas weiter.

Der estnischen Regierung sei sehr bewusst, dass es in vielen Wirtschaftsnationen zunehmend einen Fachkräfteengpass gebe. Etwaigen Steuererhöhungen erteilte der Premierminister genauso eine Absage wie dem Aufbau administrativer Hürden. Estlands Verwaltungssystem gilt EU-weit als vorbildlich schlank und bietet zahlreiche digitale Lösungen nicht nur zur Gewerbe- und Wohnsitzanmeldung. Ratas: „Unser nächstes Projekt heißt Reporting 3.0, mit dem kleine und mittelständische Firmen ihre Steuererklärungen völlig automatisch ohne Berater abgeben können.“ Der Regierungschef bilanzierte zudem die ausgelaufene estnische Präsidentschaft in der Europäischen Union positiv, mahnte jedoch angesichts drohender, geopolitischer Brüche, bestehender Sicherheitsrisiken und wachsendem Populismus sowie Tendenzen zur De-Globalisierung zu Wachsamkeit.

„Das Motto unserer EU-Ratspräsidentschaft hieß Einigkeit durch Gleichgewicht“, erinnerte Jüri Ratas, „und die Philosophie des Ausgleichs muss weiterleben, damit wir uns einig bleiben bei allen Werten, Ideen und Aktionen, die Europa auszeichnen.“ Das besonders gute Verhältnis zum Standort an der Elbe unterstrich ein vorausgegangener Besuch beim Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, im Rathaus, an dem auch der Botschafter Estlands, Dr. Mart Laanemäe aus Berlin, und der Vorstandsvorsitzender von Enterprise Estonia, Alo Ivask aus Tallinn, teilnahmen. „Schon im April erwarten wir einen Gegenbesuch in Estland“, verriet Jüri Ratas. Alo Ivask betonte die strategische Bedeutung Deutschlands für die Wirtschaft seiner Heimat und wies zugleich auf ein noch längst nicht ausgeschöpftes Potential an Investitionen in beiden Ländern hin.

Der Vorstandsvorsitzende ermutigte zögernde Unternehmen, ihre Chance zu ergreifen und den Service von Enterprise Estonia zu nutzen. Zwischen 350 und 400 bilaterale Firmenkontakte und mindestens zehn Businessdelegationen pro Jahr böten ein breites Feld an Möglichkeiten. Allein aus der Hansestadt sollen 2018 vier Wirtschaftsdelegationen nach Estland reisen, ergänzte Riina Leminsky als Leiterin der estnischen Wirtschaftsförderung für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das deutsch-estnische Neujahrs-Dinner mit gebeiztem Zander und rosa Lammcarree nutzte Premierminister Ratas zu intensiven Gesprächen mit nahezu allen Repräsentanten aus den geladenen Unternehmen.

„Wir sind klein, aber wir sind flexibel, und wir hören ihnen zu“, versprach der Premierminister, „wir brauchen das Feedback aus der Wirtschaft, um die Geschäftsbedingungen in und mit unserem Land in Zukunft noch konkurrenzfähiger zu machen.“ Der hohe Besuch aus Estland wurde tags darauf in einem Roundtable-Gespräch mit Estlands Vizewirtschaftsminister Viljar Lubi in den Räumen der estnischen Wirtschaftsförderung fortgesetzt. Mehrere deutsche Investoren diskutierten Lösungen der Herausforderungen Estlands und informierten sich über Innovationen sowie Trends. Bei dem Besuch unter anderem des HHLA-Containerterminals in Altenwerder waren auch die Hamburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft und estnische Unternehmen zugegen. Quelle: Enterprise Estonia

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