Brexit ohne größere wirtschaftliche Auswirkungen auf baltische Staaten

Bye-bye, Britain! Die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits dürften sich einer neuen Swedbank-Studie zufolge für Estland, Lettland und Litauen selbst im schlimmsten Fall in überschaubaren Grenzen halten. Demnach wird der EU-Austritt Großbritanniens sich auch auf baltische Unternehmen auswirken, die wirtschaftlichen Folgen werden sich jedoch geografisch und zwischen den Sektoren unterscheiden.

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Sollte Großbritannien die EU ohne ein Austrittsabkommen verlassen und der Handel nur noch gemäß den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) erfolgen, würden sich die negativen Auswirkungen auf das Handelsvolumen für Estland auf 0,19% des Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) belaufen. Für Lettland wären es 0,39 Prozent, für Litauen 0,41 Prozent und für das ebenfalls untersuchte Schweden 0,28 Prozent des BIP. "Während Schweden mit möglicherweise höheren Handelskosten in Milliardenhöhe konfrontiert ist, könnten Lettland und Litauen mehr Schaden aufgrund der größeren Offenheit ihrer Volkswirtschaften erleiden", heißt es in dem im Dezember veröffentlichten Bericht.

Die Swedbank-Schätzungen beinhalten tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse. Demnach würden die potenziellen Kosten für Importzölle unter WTO-Regel auf Einfuhren aus Großbritannien für Estland 17,3 Millionen Euro, für Lettland 20,2 Millionen Euro und für Litauen 49,8 Millionen Euro betragen. Nicht-tarifäre Handelshemmnisse schlagen mit 20,3 Millionen Euro für Estland, 54,1 Millionen Euro für Lettland und 81,4 Millionen Euro für Litauen zu Buche. Die Vergleichswerte für Schweden liegen bei 344,6 Millionen Euro und 661,4 Millionen Euro.

Im Allgemeinen ist der Anteil Großbritanniens am Außenhandel der baltischen Staaten nicht hoch und liegt unter 3 Prozent. In bestimmten Sektoren, etwa bei Transportausrüstungen und bei Tabakerzeugnissen ist die Bedeutung des Vereinigten Königreich höher. Beim Export von Dienstleistungen ist der Finanzsektor möglicherweise am anfälligsten - mit etwa 20% ist der Anteil Großbritanniens an den baltischen Ausfuhren in diesem Bereich am höchsten.

Großbritannien soll Ende März 2019 die Europäische Union verlassen.

Hier geht es zur Swedbank-Studie.

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