Deutscher Schiffsbauer Meyer investiert in Rohrfertigung in Litauen

Der deutsche Schiffsbauer Meyer-Gruppe hat in Litauen gemeinsam seinem langjährigen Partner Stengel einen neuen Hersteller von Rohren gegründet.

  • ©Pixabay/Archermech

Mit dem neuen Unternehmen Meyer Stengel Tubes UAB mit Sitz in Vilnius sei ein Spezialist für Rohrisometrien gegründet worden, teilte die Papenburger Werft im Juli mit. Meyer will mit der Partnerschaft auf den hohen Kostendruck durch staatliche chinesische Werften reagieren, die mit dem Bau von Spezial- und Kreuzfahrtschiffen zu einer immer größer werdenden Konkurrenz für die Europäer würden. Die neugegründete Firma soll ab kommendem Jahr die drei Meyer-Standorte in Papenburg, Warnemünde und Turku beliefern.

Nach eigenen Angaben wird die Meyer-Gruppe erstmalig fünf Kreuzfahrtschiffe in einem Jahr abliefern, wodurch eine hohe Auslastung im Bereich der Rohrfertigung entstehe. Bis zum Jahr 2022 steige der Bedarf an Rohrisometrien weiter um etwa 60 Prozent an. Dies könne die jetzige Rohrfertigung nicht mehr leisten.

Begründet wurde die Entscheidung für Litauen von Meyer mit der ausgereiften Infrastruktur und den qualifizierten Fachkräfte im größten und südlichsten Baltenstaat. Das Unternehmen unterhält bereits seit vielen Jahren Geschäftsbeziehungen nach Litauen – so werden Bauteile für die Nasszellen an die Kabinenproduktion der Werften in Papenburg, Rostock und dem finnischen Turku geliefert.

Neben dem neuen Unternehmen in Litauen werden der Unternehmensmitteilung zufolge auch zusätzliche Kapazitäten am Standort Papenburg entstehen. Es soll in neue Rohrbiegemaschinen investiert werden. Das Meyer-Werft-Rohrzentrum zähle schon heute zu den modernsten Rohrfertigungen Europas.

Zurück