Fitch bestätigt Rating von Estland und Lettland

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsbewertung von Estland und Lettland für langfristige Verpflichtungen in lokaler und fremder Währung bestätigt. Estland wird demnach unverändert mit der Note "AA-", Lettland mit der Note "A-" bewertet. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit beider Länder bleibe stabil, teilte die Agentur im April mit. Ausschlaggebend für die Ratings seien in beiden Fällen die guten öffentlichen Finanzen, institutionellen Stärken und eine solide Politik.

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Die Wachstumsprognose für die Wirtschaft der beiden Nachbarstaaten ist moderat. Für Estland erwartet die Agentur eine Zunahme von 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistungen im laufenden Jahr und für 2020 von 2 Prozent, für Lettland von jeweils 3,1 Prozent. Begründet wurde die Vorhersage in beiden Fällen unter anderen mit einer voraussichtlich schwächeren Auslandsnachfrage.

Einen besonderen Blick richtete Fitch auf den Finanzsektor. In Estland haben demnach die Geldwäsche-Skandale bei den Niederlassungen der Danke Bank und der Swedbank die Aktivitäten des Bankensektors "nicht direkt beeinflusst". Selbst, wenn diese den Ruf des estnischen Finanzsektors beschädigt haben könnten, gehe Fitch davon aus, dass die nordischen Banken weiterhin eine führende Rolle im Land spielen werden. Ähnlich seien auch in Lettland die "Reputationsfragen" weiterhin ein Problem. Die Regierung habe es sich aber zur Aufgabe gemacht, weitere Reformen umzusetzen und die Finanzaufsicht zu stärken, konstatierte Fitch.

Auch die Unsicherheit über die zukünftige politische Ausrichtung nach den Parlamentswahlen in Estland und die mögliche neue Regierungskoalition seien zumindest wirtschaftlich kein Grund zur Besorgnis. "Fitch erwartet keine wesentliche Änderung der Wirtschaftspolitik", teilte die Ratingagentur mit. Ähnlich äußerte sie sich zur neuen Regierung in Lettland. "Unterschiedliche Interessen innerhalb der Mehrparteienkoalition könnten den Gesetzgebungsprozess verzögern. Angesichts eines breiten Konsenses und der Unterstützung für die EU sind die Risiken für die Regierungsführung insgesamt jedoch gering", schrieb Fitch.

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