Litauen feiert 100 Jahre Unabhängigkeit

Mit einer Flaggenparade, landesweitem Glockengeläut, Festen und Konzerten hat Litauen seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der baltische Staat hatte vor genau einem Jahrhundert - am 16. Februar 1918 - zum Ende des Ersten Weltkriegs seine Unabhängigkeit proklamiert.

Das heutige EU- und Nato-Land sagte sich damals nach einer mehr als ein Jahrhundert währenden Zugehörigkeit vom Russischen Reich los. Und auch von Deutschland, das das Land an der Ostsee 1915 besetzt hatte.

"Heute erinnern wir uns mit Stolz und großer Dankbarkeit an all jene, die unser Land aus der Vergessenheit geholt und den Grundstein für das moderne Litauen gelegt haben", sagte Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite bei einem Festakt in der Hauptstadt Vilnius. Um den 20 Mitgliedern der litauischen Taryba (Landesrat) zu gedenken, die vor 100 Jahren die Unabhängigkeit erklärt hatten, zogen Hunderte Schulkinder durch die Innenstadt.

Zum Staatsjubiläum kamen Staatsoberhäupter aus ganz Europa nach Litauen. Auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm mit seiner Frau Elke Büdenbender an dem Festakt vor dem Präsidentenpalast in Vilnius teil. Deutschland hat Litauen als Leihgabe eine Abschrift der Unabhängigkeitserklärung überlassen, die im vergangenen Jahr in einem Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin entdeckt worden war.

Auch andere Länder gratulierten - in Städten wie New York, Tel Aviv und Warschau wurden Gebäude in den litauischen Nationalfarben gelb, grün und rot beleuchtet. In Estland versammelten sich Regierungschef Jüri Ratas und mehrere Minister vor der litauischen Botschaft in Tallinn und stimmten die Nationalhymne des baltischen Nachbarn an.

Google widmete Litauen ein eigenes «Doodle» - eine zum aktuellen Anlass abgewandelte Version des Google-Logos über der Eingabezeile der Suchmaschine - und auf dem Musik-Streamingdienst Spotify wurde zum Staatsjubiläum eine offizielle Playlist mit 100 litauischen Liedern veröffentlicht.

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