Finanzpolitik: Baltische Staaten bleiben Musterschüler der Eurozone

Die baltischen Staaten zählen zu den finanzpolitischen Musterschülern der Eurozone. Estland, Lettland und Litauen gehören nach Angaben der europäischen Statistikamt Eurostat zu den nur sechs Euro-Ländern, die 2017 die EU-Vorgaben zur Schuldenquote und zum Haushaltsdefizit eingehalten haben. Auch Deutschlands Schuldenberg ist wieder ein Stück kleiner geworden, liegt aber weiterhin noch über der erlaubten Obergrenze.

Mit einer Gesamtverschuldung von 9,0 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) zum Jahresende 2017 wies Estland die niedrigste Schuldenquote des gemeinsamen Währungsraum auf. Auch Litauen (39,7 Prozent) und Lettland (40,1 Prozent) liegen deutlich unter der in den europäischen Verträgen von Maastricht vereinbarten Obergrenze von 60 Prozent des BIP.

Deutschlands Schulden sanken dank sprudelnder Steuereinnahmen und niedriger Zinsen im vergangenen Jahr auf 64,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Damit ist Europa größte Volkswirtschaft weiter auf dem Weg der Besserung und nähert sich der erlaubten Obergrenze an. 2010 hatte der Schuldenstand noch 80,9 Prozent des BIP betragen.

Auch vielen anderen Länder der Eurozone verbesserten sich die Staatshaushalte. Die Verschuldung der 19 Mitgliedsstaaten lag 2017 zusammen bei 86,7 Prozent des BIP. Das waren 2,3 Prozentpunkte weniger als noch ein Jahr zuvor. Grund dafür war die gute Konjunktur, durch die zahlreiche Euroländer einen Haushaltsüberschuss erzielten.

Litauen erwirtschaftete einen öffentlichen Überschuss von 0,5 Prozent des BIP und Deutschland ein Plus von 1,3 Prozent,während Estland (0,3 Prozent) und Lettland (0,5 Prozent) jeweils leichte Defizite verzeichneten. Nach den Maastricht-Kriterien darf die jährliche Neuverschuldung in den Staaten drei Prozent des BIP nicht überschreiten.

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