Litauen erteilt europäische E-Money-Lizenz für Google

US-Internetgigant Google hat in Litauen für seinen Bezahldienst Google Pay eine europaweite Lizenz für E-Geld-Geschäfte erhalten. Die litauische Zentralbank erteilte Ende Dezember der Google-Mutter Alphabet Inc. eine Lizenz, die für den gesamten EU-Raum gilt und dem Unternehmen neue Geschäftsfelder eröffnet. Google kann damit selbst Zahlungen abwickeln, elektronisches Geld ausgeben und virtuelle Geldbörsen der Nutzer verwalten.

  • ©Matthew Kwong/Unsplash

Allerdings handelt sich jedoch nicht um eine volle Banklizenz – Google darf also nicht als klassisch Bank auftreten und am Zahlungsverkehr teilnehmen, Kredite vergeben oder anderweitige Bankgeschäfte anbieten. Die Lizenz bezieht sich nur auf das elektronische Geld, wie die litauische Zentralbank in Vilnius mitteilte.

Auch Google hat den Erwerb der Lizenz in Litauen bestätigt. Sie sei Teil der Bemühungen, europäische Kunden zu unterstützen, sagte ein Google-Sprecher dem Finanzdienst Bloomberg. Genauere Angaben zu seinen Plänen machte der Konzern nicht. Der Google Watch Blog geht davon aus, dass Google verstärkt bei Zahlungen im stationären Handel und im E-Commerce aktiv werden und sich damit neue Einnahmequellen erschließen will.

Google hatte zuvor alle Zahlungsdienste unter das Dach von Google Pay gebracht und tritt damit im Bereich der Online- und Offline-Zahlungen weltweit unter einer einheitlichen Marke auf. Die Lizenz eröffnet dem Technologiekonzern nun die Möglichkeit mehr als nur der Mittelsmann für die Zahlung im stationären und dem Onlinehandel zu sein. Vor Google hatten bereits andere große Technikfirmen einen ähnlichen Schritt unternommen – so haben auch Facebook in Irland und Amazon Payments in Luxemburg europäische E-Geld-Lizenzen erworben.

Litauen wiederum will sich mit der Ausstellung der E-Geld-Lizenz an Google weiter verstärkt als Fintech-Standort positionieren. In dem Baltenstaat können Unternehmen innerhalb von drei Monaten eine E-Money- und Zahlungslizenz erhalten – und damit bis zu dreimal schneller als in anderen EU-Ländern.

Bloomberg zufolge hat der Baltenstaat inzwischen insgesamt 39 E-Geld-Lizenzen ausgestellt – die zweitmeisten nach Großbritannien (128 Lizenzen). „Das Ende dieses Jahres spiegelt unsere Bemühungen und Erfahrungen der letzten Jahre wider, aktiv ein für Fintech förderliches Ökosystem in Litauen zu entwickeln", erklärte Marius Jurgilas, Vorstandsmitglied der litauischen Zentralbank.

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