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Regionaler Dialog in Lettland: Neue Wege zur Ermittlung des Fachkräftebedarfs auf lokaler Ebene erprobt

Projekt SEC-pLus bringt Akteure aus Wirtschaft, Bildung und Verwaltung zusammen, um regionale Arbeitsmarktprognosen praxisnäher zu gestalten.

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Dialogveranstaltungen

Vom 23. bis 25. März 2026 fanden in drei Regionen Lettlands Dialogveranstaltungen zum künftigen Fachkräftebedarf statt. Ziel war es, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Berufsbildung, Verwaltung und Arbeitsmarktinstitutionen zu erörtern, wie sich regionale Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt besser erfassen und in die Ausbildungsplanung einbeziehen lassen. Die Veranstaltungen wurden im Rahmen des Projekts SEC-pLus durchgeführt, das vom BMBFSFJ gefördert wird.

Hintergrund ist der derzeitige Wandel des lettischen Systems der Arbeitsmarktprognosen. Gerade auf regionaler Ebene fehlen häufig aktuelle und belastbare Daten dazu, welche Fachkräfte und Qualifikationen künftig benötigt werden. Das Projekt SEC-pLus setzt genau hier an und erprobt gemeinsam mit lokalen Akteuren neue Ansätze, um den Fachkräftebedarf vor Ort systematischer zu erheben und für Bildungs- und Planungsprozesse nutzbar zu machen.

Die erste Dialogveranstaltung fand am 23. März 2026 im Kreis Augšdaugava statt und widmete sich dem Agrarsektor. In der Berufsschule Višķi kamen Vertreterinnen und Vertreter der Kreisverwaltung, des zuständigen Branchenrats, der Arbeitsverwaltung, der Schule sowie landwirtschaftlicher Betriebe zusammen. Vorgestellt wurden unter anderem Ergebnisse einer lokalen Arbeitgeberbefragung zu Personalbedarf und Qualifikationsanforderungen. Präsentiert wurde außerdem eine digitale Karte regionaler Landwirtschaftsbetriebe, die Jugendlichen und ihren Familien die Suche nach Praktikumsplätzen in Wohnortnähe erleichtern soll. In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Betriebe derzeit eher kurzfristig planen, zugleich aber die Bedeutung regionaler Ausbildungsangebote hoch bleibt.

Am 24. März 2026 stand in Priekuļi im Kreis Cēsis die Holzverarbeitung im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter des Branchenrats, der Berufsschule, der Planungsregion Vidzeme sowie der Holzindustrie tauschten sich über die aktuelle Fachkräftesituation aus. Dabei wurden insbesondere das sinkende Interesse junger Menschen an branchenspezifischen Berufen sowie die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen hervorgehoben. Auch hier wurde eine digitale Karte mit regionalen Praktikumsbetrieben vorgestellt.

Die abschließende Veranstaltung fand am 25. März 2026 in Valmiera statt und befasste sich mit dem Fachkräftebedarf in der Metallverarbeitung. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Schule, Verwaltung und Arbeitsmarktinstitutionen diskutierten über die Auswirkungen demografischer Entwicklungen, die Mobilität junger Menschen und die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt. Vorgestellt wurden zudem Prognoseinstrumente auf nationaler Ebene und ihre Bedeutung für die berufliche Ausbildung. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war, dass frühzeitige und strategische Maßnahmen erforderlich sind, um den künftigen Herausforderungen wirksam zu begegnen. „Die regionalen Dialoge haben gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Unternehmen, Berufsschulen, Verwaltung und Branchenvertretungen ist. Nur wenn Bedarfe vor Ort sichtbar gemacht werden, können Ausbildung und Fachkräftesicherung langfristig erfolgreich gestaltet werden“, erklärt Ieva Erele, Geschäftsführerin des Verbands der Möbelproduzenten in Lettland, Vorsitzende des SECs Holzindustrie.

Die im Projekt SEC-pLus erprobten Ansätze – darunter Arbeitgeberbefragungen, digitale Informationsangebote und der strukturierte Dialog zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen – liefern wichtige Impulse für die Weiterentwicklung regionaler Arbeitsmarktprognosen in Lettland. Sie tragen dazu bei, regionale Bedarfe besser zu erkennen und berufliche Bildungsangebote stärker an den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarkts auszurichten.

Ansprechspartner

8. VET_Excellence

Der Preis für excellente Leistungen in der beruflichen Bildung „VET_Excellence 2026”

Am 11. Februar 2026 ruft die Deutsch-Baltische Handelskammer (AHK) in Zusammenarbeit mit dem Lettischen Arbeitgeberverband (LDDK) und der Lettischen Handels- und Industriekammer (LTRK) den Preis für excellente Leistungen in der beruflichen Bildung „VET_Excellence 2026“ aus, der vom Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend in Deutschland gefördert und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Lettland unterstützt wird.

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Unter‍nehmensbesuche in Jelgava und Mārupe - ge‍mein‍sam die Zu‍kunft der be‍ruf‍lichen Bil‍dung ge‍stal‍ten

Vom 28. bis 29. Oktober 2025 besuchten Expertinnen und Experten der Handwerkskammer Südthüringen gemeinsam mit lettischen Partnern aus den Sectoral Expert Councils (SECs) für Landwirtschaft, Holz- und Metallverarbeitung mehrere Unternehmen in den Regionen Jelgava und Mārupe. Ziel der Reise war es, die Ausbildungseignung von Betrieben zu bewerten und neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildung zu entwickeln.

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Delegation aus Lettland zu Gast in Südthüringen: Austausch zur Ausbildungseignung von Unternehmen

Vom 9. bis 13. September war eine hochrangige Delegation aus Lettland zu Besuch in Südthüringen. Die Gruppe setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Branchenexpertenräte (NEP), berufsbildender Einrichtungen, des lettischen Arbeitgeberverbands (LDDK) sowie des Bildungs- und Landwirtschaftsministeriums zusammen.

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Workshop „Herausforderungen der Berufsbildung und Entwicklungsstrategien der SECs“

Um auf die bisherigen Erfahrungen zurückzublicken und die gezogenen Schlussfolgerungen zusammenzufassen, fand am 19. Februar 2025 in Riga ein Workshop zum Thema „Herausforderungen der Berufsbildung und Entwicklungsstrategien der SECs“ statt. Bei der Veranstaltung stellten Vertreterinnen und Vertreter aller drei am Projekt beteiligten SECs den lettischen Berufsschulen und anderen Teilnehmern die strategische Vision für die zukünftigen SEC-Aktivitäten vor.

Branchenfachräte (NEP) bei der Prognose des Arbeitsmarktes

Präsenz-Workshop zur Rolle der Branchenexpertenräte (NEP) in regionalen Arbeitsmarktprognosen

Am 10. Juni 2025 fand in Riga der Präsenz-Workshop „Die Rolle der Branchenexpertenräte (NEP) bei Prognosen des Arbeitsmarktes im regionalen Kontext“ statt. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der NEPs, berufsbildender Einrichtungen, des lettischen Wirtschafts- und Bildungsministeriums sowie des lettischen Statistikamtes.

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Workshop „Lass uns gemeinsam die Zukunft der lettischen Berufsbildung gestalten!“

Am 12. und 13. Dezember 2024 fand der Workshop „Lass uns gemeinsam die Zukunft der lettischen Berufsbildung gestalten!“ statt, an dem Vertreterinnen und Vertreter lettischer Berufsschulen und Arbeitgeber sowie Experten aus Deutschland teilnahmen.

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Studienreise nach Düsseldorf

Im Jahr 2024 fanden weitere Projektaktivitäten (u.a. Workshops) statt, welche die Basis für eine eingehende Analyse des bisher Erreichten sowie für den weiteren strategischen Planungsprozess in den Verantwortungsbereichen der SECs boten.

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Die Auftaktveranstaltung zum Projekt SEC-pLus

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBF) geförderten und vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Lettland konzeptionell unterstützten Projektes SEC-pLus wurden im Jahr 2024 mehrere Aktivitäten durchgeführt, die dazu beitragen, die lettischen Branchenexpertenräte (SECs) zu einem wirksamen Governance-Instrument für die Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner in der Berufsbildung in Lettland zu entwickeln.