Logo der Deutsch-Baltische Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen

Abschlussveranstaltung des Projekts SEC+ am 21.05.2026

Am 21.05.2026 fand in den Räumlichkeiten der Großen Bühne im Mežaparks in Riga die Abschlussveranstaltung des Projekts „SEC-pLus – Starke Berufsausbildung durch starke Branchenexpertenräte“ statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden den Teilnehmenden aus Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmen und staatlichen Verwaltungsbehörden die zentralen Erkenntnisse vorgestellt, die im Zuge von Studienreisen, Workshops, Konferenzen, Treffen und Umfragen der vergangenen zwei Jahre gewonnen wurden.

Abschlusskonferenz

Im Rückblick auf die 2013 begonnene deutsch-lettische Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung teilten sowohl Ramona Neuse, Vertreterin des DLR-Projektträgers in Deutschland, als auch Dagnija Vanaga, Direktorin des Rigaer Staatlichen Technikums, die Leiterin der Abteilung für Wirtschaft, Laila Umbraško, sowie die Absolventin des VETnet-Programms „Logistikspezialist“, Evija Ēce, ihre Erinnerungen und Erkenntnisse.

 

Ausgehend von den Ergebnissen der Teilnehmerbefragung sowie den Erkenntnissen aus den Studienreisen nach Deutschland und Lettland zur Bewertung von Ausbildungsunternehmen erörterten die Vertreter der Branchenexpertenräte (SEC) der Holz- und Landwirtschaftsbranche, I. Erele und A. Vītoliņš, sowie die Koordinatorin der Branchenexpertenräte des Arbeitgeberverbandes LDDK, A. Būmane, die Bedeutung und Notwendigkeit entsprechender Bewertungsmechanismen. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellten A. Friedrich von der Handwerkskammer Südthüringen und M. Kamann, Leiter des BANG Vocational Education Network, die Unterschiede zwischen klassischen und innovativen Ansätzen der beruflichen Ausbildung in Deutschland dar. J. Gaigals wandte sich seinerseits in einer Videobotschaft an die Anwesenden und regte zum Nachdenken über die strategische Bedeutung der SEC und deren Rolle in Lettland auf dem Weg zu Exzellenz in der beruflichen Bildung an.

 

Über Exzellenz in der beruflichen Bildung sprach die ehemalige Direktorin des Technikums Ogre, I. Brante. L. Riba, Vertreterin des Technikums Valmiera, stellte ihre Sichtweise auf die Herausforderungen im Zusammenhang mit demografischen Tendenzen und dem Fachkräftemangel in Lettland dar. Über den Verlauf und die Schlussfolgerungen der Pilotstudie zum regionalen Fachkräftebedarf in den Bereichen Landwirtschaft und Metallverarbeitung sprachen die Vertreterinnen des industriellen Technikums Latgale, A. Lāčauniece und V. Ančevska, sowie T. Grinfelds, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Maschinenbau- und Metallverarbeitungsindustrie.

 

In allen Diskussionen und Beiträgen herrscht Einigkeit darüber, dass die Fähigkeit aller Beteiligten zur Zusammenarbeit derzeit zu einem entscheidenden Faktor für die Qualität der beruflichen Bildung und die Ausbildung künftiger Fachkräfte wird. Es ist auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Zahl der Jugendlichen abnimmt, weshalb individuelle Ansätze erforderlich sind, ohne dass jemand zurückbleibt und ohne die Erwachsenen zu vergessen, die sich umschulen könnten.

 

Auf die Fragen „Welche Bedeutung hat die internationale Zusammenarbeit für die Entwicklung der beruflichen Bildung? Was kann Deutschland von Lettland lernen? / Was kann Lettland von Deutschland lernen?“ „Welche Botschaft möchten Sie jungen Menschen vermitteln, die sich für eine berufliche Ausbildung entscheiden?“, antworteten A. Hochradel und I. Buligina, Expertin der Abteilung für berufliche und Erwachsenenbildung des Bildungsministeriums, im Hinblick auf die bilaterale Zusammenarbeit.

 

Herr Hochradel betont insbesondere, dass die deutsch-lettische Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung bereits 2013 mit echtem Vertrauen, einer echten Partnerschaft und praktischem Engagement begonnen hat. Das deutsche Bildungsmodell lässt sich in Lettland nicht eins zu eins kopieren. Um es an die heutigen Anforderungen und die Möglichkeiten des Landes anzupassen, müssen Interesse und Engagement von den beteiligten Seiten kommen – von Schulen, Betrieben, Verwaltungen, Sozialpartnern und vielen engagierten Einzelpersonen. VETNET war der erste große Schritt, um Bildungskomponenten, die in Deutschland funktionieren, auch bei uns in Lettland zu erproben. Es war eine herausfordernde, aber sehr erfolgreiche und wertvolle Erfahrung. Der Berufsbildungspreis und VET Excellence waren ein Mittel, um all jenen zu danken, die sich an diesen Veränderungen beteiligen. Im Rahmen des Projekts SEC_pLus hatten die Vertreter der Branchenräte in diesen zwei Jahren die Möglichkeit, die Themen und Ideen, die mit der Qualität der beruflichen Bildung, der Mobilität, der Nachhaltigkeit sowie der Verantwortung der beteiligten Akteure zusammenhängen, noch intensiver zu reflektieren, zu analysieren und weiterzuentwickeln.

 

I. Bečere, Vorstandsvorsitzende des lettischen Verbandes der Druckunternehmen und Vorsitzende des Branchenexpertenrats für Druck- und Medientechnologie, stellten den Anwesenden die am Vortag während der Konferenz der Branchenexpertenräte und des Projekts SEC_pLus mit der LEGO Serious Play-Methode erarbeiteten Zukunftsmodelle für die berufliche Bildung vor.

 

Auch hier zeigte sich der gemeinsame Wunsch, den Dialog zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Lokalregierungen und deren Institutionen zu stärken sowie an einem System zu arbeiten, das nachhaltige Mechanismen für die Einbindung von Unternehmern in die Planung und Umsetzung der beruflichen Bildung vorsieht.

 

Ein besonderer Dank gilt I. Zitmanis, Leiter der Abteilung für berufliche Bildung und Erwachsenenbildung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Republik Lettland, Herrn A. Hochradel, Referent für internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), sowie Herrn J. Šnakšis, Direktor der Abteilung für Strategie, Wissen und Klima des Ministeriums für Landwirtschaft der Republik Lettland.

 

Für die wertvolle Unterstützung, das außerordentliche Engagement und die stets konstruktive Zusammenarbeit während der vergangenen zwei Jahre sowie für ihre Anwesenheit bei der Abschlusskonferenz sprechen wir ihnen und den Mitarbeitenden der vertretenen Institutionen unseren herzlichen Dank aus.

 

Vom 1. Juni 2024 bis zum 31. Mai 2026 führte die Deutsch-Baltische Handelskammer (AHK) in Lettland das Projekt „ SEC-pLus – Starke Berufsausbildung durch starke Branchenexpertenräte“ durch. Ziel des Projekts war es, die lettischen sektoralen Expertenräte (SEC) zu einem wirksamen Governance-Instrument für die Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner in der Berufsbildung in Lettland auszubauen. Damit sollen Qualität und Arbeitsmarktrelevanz der Berufsbildung nachhaltig gesichert werden. Die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und staatlichen Institutionen werden befähigt, unterschiedliche Interessen zu vertreten und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Anhand von ausgewählten SECs aus der Holzindustrie, der Metallverarbeitung und der Landwirtschaft werden drei Handlungsfelder (Qualifikationsrahmen, Eignungsfeststellung von Ausbildungsbetrieben und Prognose des Auszubildendenbedarfs) bearbeitet. Es werden entsprechende Handlungsempfehlungen erarbeitet und auf weitere SEC übertragen.

 

Das Projekt wurde als Verbundprojekt in Zusammenarbeit zwischen der AHK und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) mit Unterstützung der Handwerkskammer Südthüringen durchgeführt. Die gemeinsamen Aktivitäten des Projekts wurden von der AHK koordiniert.

Die wichtigsten Kooperationspartner in Lettland waren der Lettische Arbeitgeberverband, der Kooperationsrat der Landwirtschaftsverbände, die Branchenverbände sowie Berufsbildungseinrichtungen.

SEC-Plus Transferseminar Lego 8

Branchenexpertenräte als wichtige Partner für eine zukunftsfähige berufliche Bildung

Am 20. Mai fand in Riga in Zusammenarbeit mit dem lettischen Arbeitgeberverband das Transferseminar „Die Rolle der Branchenexpertenräte bei der Förderung von Exzellenz in der beruflichen Bildung“ statt. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter von Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmen, Branchenexpertenräten sowie staatlichen Institutionen zusammen.

8. VET_Excellence

Feierliche Preisverleihung des Preises für excellente Leistungen in der beruflichen Bildung „VET Excellence 2026“

Während weltweit die Diskussionen über Wettbewerbsfähigkeit, Innovationen und technologische Entwicklung immer lauter werden, standen in Lettland diejenigen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die diese Veränderungen in die Praxis umsetzen.

20251028_101420.jpg

Unter‍nehmensbesuche in Jelgava und Mārupe - ge‍mein‍sam die Zu‍kunft der be‍ruf‍lichen Bil‍dung ge‍stal‍ten

Vom 28. bis 29. Oktober 2025 besuchten Expertinnen und Experten der Handwerkskammer Südthüringen gemeinsam mit lettischen Partnern aus den Sectoral Expert Councils (SECs) für Landwirtschaft, Holz- und Metallverarbeitung mehrere Unternehmen in den Regionen Jelgava und Mārupe. Ziel der Reise war es, die Ausbildungseignung von Betrieben zu bewerten und neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildung zu entwickeln.

Branchenfachräte (NEP) bei der Prognose des Arbeitsmarktes

Präsenz-Workshop zur Rolle der Branchenexpertenräte (NEP) in regionalen Arbeitsmarktprognosen

Am 10. Juni 2025 fand in Riga der Präsenz-Workshop „Die Rolle der Branchenexpertenräte (NEP) bei Prognosen des Arbeitsmarktes im regionalen Kontext“ statt. Eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter der NEPs, berufsbildender Einrichtungen, des lettischen Wirtschafts- und Bildungsministeriums sowie des lettischen Statistikamtes.

6e.jpg

Delegation aus Lettland zu Gast in Südthüringen: Austausch zur Ausbildungseignung von Unternehmen

Vom 9. bis 13. September war eine hochrangige Delegation aus Lettland zu Besuch in Südthüringen. Die Gruppe setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Branchenexpertenräte (NEP), berufsbildender Einrichtungen, des lettischen Arbeitgeberverbands (LDDK) sowie des Bildungs- und Landwirtschaftsministeriums zusammen.

4d.jpg

Workshop „Herausforderungen der Berufsbildung und Entwicklungsstrategien der SECs“

Um auf die bisherigen Erfahrungen zurückzublicken und die gezogenen Schlussfolgerungen zusammenzufassen, fand am 19. Februar 2025 in Riga ein Workshop zum Thema „Herausforderungen der Berufsbildung und Entwicklungsstrategien der SECs“ statt. Bei der Veranstaltung stellten Vertreterinnen und Vertreter aller drei am Projekt beteiligten SECs den lettischen Berufsschulen und anderen Teilnehmern die strategische Vision für die zukünftigen SEC-Aktivitäten vor.

Ibexa_ZecPlus 2B (1).png

Die Auftaktveranstaltung zum Projekt SEC-pLus

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBF) geförderten und vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Lettland konzeptionell unterstützten Projektes SEC-pLus wurden im Jahr 2024 mehrere Aktivitäten durchgeführt, die dazu beitragen, die lettischen Branchenexpertenräte (SECs) zu einem wirksamen Governance-Instrument für die Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner in der Berufsbildung in Lettland zu entwickeln.

Ibexa_ZecPlus 2B.png

Studienreise nach Düsseldorf

Im Jahr 2024 fanden weitere Projektaktivitäten (u.a. Workshops) statt, welche die Basis für eine eingehende Analyse des bisher Erreichten sowie für den weiteren strategischen Planungsprozess in den Verantwortungsbereichen der SECs boten.