Im Mittelpunkt standen die wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem zweijährigen Projekt SEC-pLus sowie die Frage, wie die berufliche Bildung in Lettland künftig noch stärker an den Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden kann. Ein besonderer Fokus lag auf der engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungssektor und Wirtschaft sowie auf der Entwicklung praxisnaher Lösungen zur Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.
Während der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich berufliche Bildung nicht losgelöst von den Entwicklungen in Unternehmen und Branchen weiterentwickeln kann. Baiba Bašķere, Direktorin der Abteilung für Humankapitalentwicklung im Wirtschaftsministerium der Republik Lettland, verwies in ihrem Beitrag auf zentrale langfristige Herausforderungen: den demografischen Wandel, sich rasch verändernde Kompetenzanforderungen und den Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen.
Als wichtige Entwicklungsfelder wurden insbesondere die Stärkung des arbeitsweltbezogenen Lernens, die aktive Einbindung von Unternehmen in den Ausbildungsprozess sowie eine engere Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung von Lehrinhalten hervorgehoben.
Auch Dagnija Vanaga, Direktorin der Rigaer Staatlichen Berufsschule, betonte die zunehmende Rolle von Berufsbildungseinrichtungen als Partner der Unternehmen in der Personalentwicklung. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit seien ein regelmäßiger Austausch über Branchentrends, benötigte Kompetenzen und die Ausbildung künftiger Fachkräfte entscheidend. Gleichzeitig gewinne die Beteiligung von Unternehmen als Mentoren und Vermittler praktischer Kenntnisse weiter an Bedeutung.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass sich die Haltung vieler Unternehmen gegenüber der beruflichen Bildung in den vergangenen Jahren spürbar verändert hat. Während die Zusammenarbeit früher häufig formal oder punktuell erfolgte, entwickelt sich heute in vielen Branchen ein gemeinsames Verständnis für die Bedeutung langfristiger Partnerschaften. Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.
Ergänzt wurde die Veranstaltung durch Beiträge von Referentinnen und Referenten aus Deutschland. Sie gaben Einblicke in ein System, in dem die Einbindung von Unternehmen in Bildungsprozesse einen zentralen Stellenwert einnimmt – sowohl in der klassischen dualen Ausbildung als auch bei ergänzenden Qualifizierungsangeboten in Ausbildungszentren privater Unternehmensverbände.
Zum Abschluss arbeiteten die Teilnehmenden in interaktiven Gruppen mit der Methode LEGO Serious Play an Zukunftsvisionen für die Rolle der Branchenexpertenräte in der Steuerung der beruflichen Bildung. Dabei wurde insbesondere betont, wie wichtig es ist, die strategische Rolle der Branchenexpertenräte weiter zu stärken und nachhaltige Mechanismen für die Beteiligung der Wirtschaft an Planung und Entwicklung beruflicher Bildung zu schaffen.
Das Transferseminar machte deutlich: Die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der beruflichen Bildung hängen zunehmend davon ab, wie gut es gelingt, stabile Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Branchenexpertenräten und staatlichen Institutionen aufzubauen. Diese Zusammenarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.